Unterschiede

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reader:08 [2017/02/06 10:32]
haendel [Prüfungen als Gespräche]
reader:08 [2020/03/25 15:01] (aktuell)
waldenberger [Vorbereitung und Planung]
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 ======Das universitäre Prüfungsgespräch====== ======Das universitäre Prüfungsgespräch======
  
-Das universitäre Prüfungsgespräch oder einfach die mündliche Prüfung, wie sie auch häufig im universitären Alltag genannt wird, gehört neben der wissenschaftlichen Hausarbeit zu einer weiteren ​besonders wichtigen ​Prüfungsform. Sie wird nicht nur während des Studiums als Modulabschlussprüfung notwendig, sondern ist ein Teil der Anforderung in der Bachelor- und auch Master-Abschlussprüfung bzw. dem entsprechenden Abschlussmodul.((Vgl. auch [[:​reader:​09|hier]].)) ​Eine mündliche Prüfung lässt sich während des Studiums nicht umgehen und daher ist es umso relevanter, diese Prüfungsform genauer kennen zu lernen.+Das universitäre Prüfungsgespräch oder einfach die mündliche Prüfung, wie sie auch häufig im universitären Alltag genannt wird, gehört neben der wissenschaftlichen Hausarbeit zu den besonders wichtigen ​Prüfungsformen. Sie wird nicht nur während des Studiums als Modulabschlussprüfung notwendig, sondern ist ein Teil der Anforderung in der Bachelor- und auch Master-Abschlussprüfung bzw. dem entsprechenden Abschlussmodul.((Vgl. auch [[:​reader:​09|hier]].)).
  
-Was ist die mündliche Prüfung? Sie definiert sich in einem funktionalen Teil als //​Prüfungsform//​ und in einem dialogischen Teil als //​Gespräch//​. Die Anforderungen zeigen sich in der Feststellung ​von Wissen, ​erlernten Kenntnissen, ​der eigenen Auffassungsgabe und der damit verbundenen Anwendungsfähigkeit sowie der Leistungsfähigkeit im Allgemeinen. Die mündliche Prüfung dient somit als Wissenskontrolle.((VglTechtmeier (1998:517).))+Was ist eine mündliche Prüfung? Sie definiert sich in einem funktionalen Teil als //​Prüfungsform//​ und in einem dialogischen Teil als //​Gespräch//​. Die mündliche Prüfung ​in einem geisteswissenschaftlichen Studium dient also nicht nur der Überprüfung ​von Wissen, ​sondern ​der/die Kandidat*in soll darüber hinaus vor allem seine bzwihre wissenschaftliche **Diskursfähigkeit** unter Beweis stellen.
  
  
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 Folgende Schritte sollten dabei beachtet werden: Folgende Schritte sollten dabei beachtet werden:
  
-  ***Sprechstundenbesuch** bei dem jeweiligen Prüfer zur Anmeldung der Prüfung und zur Absprache eines Prüfungstermins, ​eines möglichen Prüfungsthemas und dessen Gliederungeines eventuellen Thesenpapiers ​und dessen ​Umfang, möglicher Literatur, etc. +  ***Sprechstundenbesuch** bei dem/der jeweiligen Prüfer*in zur Anmeldung der Prüfung und zur Absprache eines Prüfungstermins, ​von PrüfungsthemenArt (Thesenpapier,​ Literaturliste o.ä.) ​und Umfang ​eines Prüfungspapiers, möglicher Literatur, etc. 
-  *Konkretisierung ​des **Prüfungsthemas** und der entsprechenden ​Fragestellung. Dabei sollte, ähnlich wie bei der wissenschaftlichen Hausarbeit, ​die Gliederung bzw. der Aufbau ​entwickelt ​werden.+  *Konkretisierung ​der **Prüfungsthemen** und der entsprechenden ​Fragestellungen. Dabei sollte, ähnlich wie bei der wissenschaftlichen Hausarbeit, ​auf einen strukturierten ​Aufbau ​geachtet ​werden.
   ***Sichtung vorhandener Literatur**,​ bspw. anhand der Seminarunterlagen,​ auf entsprechenden Onlineplattformen (z.B. Moodle oder Blackboard) hochgeladene Dateien, Einführungsliteratur;​ **Recherche weiterer Literatur** mit den üblichen Hilfsmitteln (Fachdatenbanken usw.)-   ***Sichtung vorhandener Literatur**,​ bspw. anhand der Seminarunterlagen,​ auf entsprechenden Onlineplattformen (z.B. Moodle oder Blackboard) hochgeladene Dateien, Einführungsliteratur;​ **Recherche weiterer Literatur** mit den üblichen Hilfsmitteln (Fachdatenbanken usw.)-
-  *Das Exzerpieren der gefundenen Literatur hilft beim systematischen und zielgerichteten Erfassen der Literatur. Es bietet eine Basis für die anschließende Formulierung ​der Thesen, die (je nach Absprache mit dem Prüfer) zum Leitfaden der Prüfung werden. +  *Das Exzerpieren der gefundenen Literatur hilft beim systematischen und zielgerichteten Erfassen der Literatur. Es bietet eine Basis z.B. für die anschließende Formulierung ​von Thesen, die (je nach Absprache mit dem/der Prüfer*in) zum Leitfaden der Prüfung werden. 
-  *Im Gegensatz zur wissenschaftlichen Hausarbeit muss dieses **Wissen** nun so verinnerlicht werden, dass der Prüfling ​in der Lage ist, es entsprechend **abrufen und anwenden** zu können.((Informationen zu möglichen Lern- und Organisationsstrategien gibt es [[:​reader:​03|hier]].))+  *Im Gegensatz zur wissenschaftlichen Hausarbeit muss dieses **Wissen** nun so verinnerlicht werden, dass der/die Prüfungskandidat*in ​in der Lage ist, es entsprechend **abrufen und anwenden** zu können.((Informationen zu möglichen Lern- und Organisationsstrategien gibt es [[:​reader:​03|hier]].))
  
  
 =====Prüfungen als Gespräche===== =====Prüfungen als Gespräche=====
  
-Das Prüfungsgespräch findet zwischen dem Prüfer und dem zu prüfenden ​Kandidaten ​statt. (Möglicherweise ​sind zusätzlich ​Protokollanten, Beisitzer und/oder mehrere Prüfer anwesend.) Diese Konstellation ​beweist ​sich aus unterschiedlichen Gründen als asymmetrisch:​ Zum einen obliegt dem Prüfer die Aufgabe der Moderation und der Lenkung der Prüfung anhand von Fragestellungen. Zum anderen besteht die Asymmetrie in der Wissensverteilung zwischen ​dem Prüfer ​und dem zu prüfenden Kandidaten, da der Prüfer über mehr Wissen bzgl. des Themas oder des Problems verfügt. Anhand dieser Tatsache verteilen sich die Gesprächsrollen ebenfalls asymmetrisch.+Das Prüfungsgespräch findet zwischen dem/der Prüfer*in und dem/der zu prüfenden ​Kandidat*in ​statt. (Möglicherweise ​ist zusätzlich ​ein*e Protokollant*in, Beisitzer*in und/oder mehrere Prüfer*innen ​anwesend.) Diese Konstellation ​erweist ​sich aus unterschiedlichen Gründen als asymmetrisch:​ Zum einen obliegt dem Prüfer ​bzw. der Prüferin ​die Aufgabe der Moderation und der Lenkung der Prüfung anhand von Fragestellungen. Zum anderen besteht die Asymmetrie in der Wissensverteilung zwischen ​prüfender ​und geprüfter Person, da der/die Prüfer*in über mehr Wissen bzgl. des Themas oder des Problems verfügt.
  
-Das asymmetrische Wissensverhältnis zwischen Prüfer und Prüfling ist offensichtlich,​ dennoch besteht der Anspruch ​einer fachwissenschaftlichen ​und -sprachlichen ​Kommunikation ​innerhalb des Prüfungsgesprächs. Auf eine fachbezogene und wissenschaftliche Fragestellung des Prüfers wird nicht nur hinsichtlich des Inhaltssondern auch der sprachlichen Gestaltung eine angemessene Antwort erwartet. Dies beinhaltet die KenntnisAnwendung ​bis hin zum Wissen über die Herkunft ​fachbezogener Termini und ist wichtiger Gegenstand der Prüfungsbewertung.((Vgl. Techtmeier (1998:​520).))+Das asymmetrische Wissensverhältnis zwischen Prüfer*in und Prüfling ist offensichtlich,​ dennoch besteht der Anspruch, dass im Prüfungsgespräch eine fachwissenschaftliche ​und fachsprachliche ​Kommunikation ​stattfindet. Auf eine fachbezogene und wissenschaftliche Fragestellung des Prüfers ​bzw. der Prüfering ​wird nicht nur hinsichtlich des Inhalts sondern auch der sprachlichen Gestaltung eine angemessene Antwort erwartet. Dies beinhaltet ​auch die Kenntnis ​und Anwendung fachbezogener Termini und ist wichtiger Gegenstand der Prüfungsbewertung.((Vgl. Techtmeier (1998:​520).))
  
-Das Prüfungsgespräch ist, vergleichbar mit einem Gespräch, ein Prozess, der sich dynamisch entwickelt und somit subjektive Momente hat. Besonders zu beachten ist dabei die Beantwortung der ersten Frage. Diese vermittelt dem Prüfer einen bleibenden und somit wichtigen Gesamteindruck,​ der nur schwerlich berichtigt werden kann.((Vgl. Techtmeier (1998:​518).))+Das Prüfungsgespräch ist, vergleichbar mit einem Gespräch, ein Prozess, der sich dynamisch entwickelt und somit subjektive Momente hat. Besonders zu beachten ist dabei die Beantwortung der ersten Frage. Diese vermittelt dem/der Prüfer*in einen bleibenden und somit wichtigen Gesamteindruck,​ der nur schwerlich berichtigt werden kann.((Vgl. Techtmeier (1998:​518).))
  
 Das Prüfungsgespräch lässt sich in drei Phasen einteilen: Das Prüfungsgespräch lässt sich in drei Phasen einteilen:
  
-  ***Einleitungsphase**:​ Begrüßung,​ Vorstellung der Prüfungskommission, Feststellung der Identität des zu prüfenden ​Kandidaten und dessen Gesundheitszustand bzgl. der Prüfung, evtl. kurzer Smalltalk zur Auflockerung der angespannten Prüfungssituation. +  ***Einleitungsphase**:​ Begrüßung,​ Vorstellung ​des/der Prüfenden, Feststellung der Identität ​und Prüfungsfähigkeit ​des/der zu prüfenden ​Kandidat*in ​, evtl. kurzer Smalltalk zur Auflockerung der angespannten Prüfungssituation. 
-  ***Kernphase**: ​Die Wissensstandabfrage des Prüflings wird anhand eines Gesprächs analysiert. ​Der Prüfer dirigiert das Prüfungsgespräch (ggf. auf Basis eines vorher eingereichten Thesenpapiers) in eine bestimmte thematische Richtung, auf die der zu prüfende Student ​entsprechend eingeht. +  ***Kernphase**:​ Der/die Prüfer*in dirigiert das Prüfungsgespräch (ggf. auf Basis eines vorher eingereichten Thesenpapiers) in eine bestimmte thematische Richtung, auf die der Prüfling ​entsprechend eingeht. 
-  ***Abschlussphase**:​ Das Ergebnis der mündlichen Prüfung wird, i.d.R. nach kurzer Beratung mit der Prüfungskommissiondem nun Geprüften unmittelbar mitgeteilt. ((Vgl. Techtmeier (1998:​518).))+  ***Abschlussphase**:​ Das Ergebnis der mündlichen Prüfung wird (ggf. nach kurzer Beratung mit der Prüfungskommission) der/dem nun Geprüften unmittelbar mitgeteilt. ((Vgl. Techtmeier (1998:​518).))
  
  
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 Techtmeier, Bärbel (1998): Fachtextsorten als Wissenschaftssprachen VII: das Prüfungsgespräch. In: Hoffmann, Lothar/​Kalverkämper,​ Hartwig/​Wiegand,​ Herbert Ernst (1998) (Hrsg.): Fachsprachen. Languages for Special Purposes. Ein internationales Handbuch zur Fachsprachenforschung und Terminologiewissenschaft. Berlin/New York (= Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft HSK 14.1). Techtmeier, Bärbel (1998): Fachtextsorten als Wissenschaftssprachen VII: das Prüfungsgespräch. In: Hoffmann, Lothar/​Kalverkämper,​ Hartwig/​Wiegand,​ Herbert Ernst (1998) (Hrsg.): Fachsprachen. Languages for Special Purposes. Ein internationales Handbuch zur Fachsprachenforschung und Terminologiewissenschaft. Berlin/New York (= Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft HSK 14.1).
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-Text: Laura Essig+Text: Laura Essig. Überarbeitung:​ Sandra Waldenberger
 
reader/08.1486373556.txt.gz · Zuletzt geändert: 2017/02/06 10:32 von haendel
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